Nach einer gefühlten Ewigkeit war es nun an der Zeit den Motor - samt allen Anbautteilen und der kompletten Vorderachse - wieder mit dem Zwischengehäuse (der Kupplungsglocke) des Steyr 288 zu verbinden. Eine Hochzeit stand also am Programm!
So einfach das im ersten Moment klingen mag, so "tricky" ist dies in der Praxis! Warum?
Tatsächlich muss man die beiden Teile nur zusammenschieben. Das funktioniert aber nur dann problemlos, wenn beide Einheiten perfekt - und ich meine wirklich absolut perfekt - fluchten! Dies beginnt, wie bereits bei der Monatage der Kupplungseinheit beschrieben, mit der Antriebswelle, die durch die Kupplungsscheibe exakt in das Lager des Schwungrades gleiten muss. Dem aber nicht genug, müssen alle Bohrungen für die Befestigungsschrauben zwischen Anschlussplatte und Kupplungsglock fluchten - sowohl natürlich links-rechts, als auch oben-unten. Es darf aber auch kein Winkel zwischen Motor und dem hinteren Teil entstehen, sonst können die langen Stehbolzen an der Oberseite nicht montiert werden.
Bevor ich mit den eigentlichen Arbeiten begonnen habe, habe ich noch die Frontlader-Konsole hinter dem Motor plaziert. Dies ist natürlich wesentlich einfacher, wenn Motor und Zwischengehäuse getrennt sind, entfällt doch das äußerst mühsame "Einfädeln" unter dem Traktor.
Um Motor und Zwischengehäuse verbinden zu können, muss der provisorisch montierte Starter wieder entfernt werden. Ebenso habe ich die Treibstoffleitung von der Filtereinheit zur Einspritzpumpe gelockert und leicht nach außen gebogen, damit die Kupplungglocke ohne anzustreifen vorbei gleiten kann.
Ich habe in erster Linie den hinteren Teil mit Hilfe der "Ameise" auf die richtige Höhe gebracht und dann vorsichtig in Richtung Motor geschoben. Um den Winkel anzupassen wurde der Motorteil am Stützbalken etwas mit einem Wagenheber gehoben. Mit dieser Vorgangsweise konnte ich die beiden Einheiten bis auf ca. 2cm aneinander annähern. Für die letzten beiden Zentimeter habe ich je zwei (2) Schrauben links und rechts und eine 160mm lange Stiftschraube oben mittig an der Kupplungsglocke eingedreht und durch langsames, schrittweises Festziehen den hinteren Teil zur Anschlussplatte gezogen. Dies ging ohne nennenswerten Kraftaufwand! Im Anschluss habe ich dann die restlichen Schrauben zwischen Kupplungsglocke und Montageplatte eingedreht.
Nun wurde in einem nächsten Schritt der Balken mit den Stützrädern - nach rund 4,5 Jahren - abmontiert.
Die größte Herausforderung war die Bohrungen des Motorhilfrahmens mit den Gewindebohrungen am Zwischengehäuse in Deckung zu bringen. Auf der rechten Seite funktionierte es eigentlich relativ problemlos, links hingegen waren die unteren beiden Schrauben mühsam, für die oberen beiden Schrauben benötigte ich doch rund zwei (2) Stunden! Dazu muss erwähnt werden, dass ich da schon alle Schrauben zwischen Kupplungsglocke und Anbauplatte eingedreht hatte. Um letztendlich zum Erfolg zu kommen habe ich den Traktor hinten mehrmals leicht angehoben, abgesenkt, nach links, rechts gedrückt, auch nur am linken Achstrichter angehoben, um eine leichte Verdrehung zu erreichen. Bei uns nennt man das "gwahn"! Damit konnte ich die Bohrungen nicht perfekt, aber doch ausreichend zum Fluchten bringen. Trotzdem wollten sich die letzten beiden Schrauben einfach nicht eindrehen lassen. Ich habe dann (nochmals) die Gewinde nachgeschnitten - vielleicht habe ich diese durch die vielen, nicht gerade zärtlichen Versuche etwas beschädigt - im Anschluss haben sich dann auch die beiden letzten Schrauben einschrauben lassen.
Zu guter Letzt wurden alle Verbindungsschrauben ordentlich mit der Hand angezogen und in einem abschließenden Durchgang mit dem Drehmomentschlüssel korrekt festgezogen.











