Eine spannende Aufgabe ist die Montage des Lenkgestänges des Stye 288 - also der Spurstange und der Schubstange! Prinzipiell ist der Einbau problemlos zu bewerkstelligen, allerdings stellt sich die Frage, welche Längen die beiden Stangen haben müssen?
Da ich natürlich beiden Stangen komplett zerlegt und überarbeitet habe (vgl. Bericht Lenkgestänge), gingen die ursprünglich eingestellten Länge verloren.
Die Spurweite des Steyr 288 beträgt lt. Handbuch 1380mm und wird von Reifenmitte zu Reifenmitte gemessen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass das Rad einen fix vorgegebenen Sturz von 4° aufweist, also unten an der Lauffläche dem Traktor näher steht, als oben. Man müsste also in der Mitte der Reifenhöhe von der linken zur rechten Seite unten den Traktor hindurch messen. Hier einen korrekten Wert (auf den Millimeter genau) mit einem Maßband zu ermitteln, erscheint eigentlich unmöglich.
Ich habe mich daher an die Methode von Franz Öller, die er in seinem Artikel "Das Einstellen der Spur" beschreibt, gehalten. Zunächst habe ich mir auch eine Messstange gebaut, mit der ich die Abstände ermitteln kann. Um mir das Abnehmen der Abstände zu erleichtern, habe ich auf der Innenseite eines Vorderrades eine Auflage (Stockerl hockkant) in halber Radhöhe (ca. 35cm) abgestellt - damit ist es möglich auch alleine zu arbeiten. Zunächst werden die Vorderräder so ausgerichtet, dass die Messstange sowohl vorne, als auch hinten am Felgenwulst exakt mit gleicher Länge passt - die Räder stehen parallell. Nun wird an der Rückseite der Abstand um 2-4mm erhöht, womit sich dieser an der Vorderseite um eben die 2-4mm verringert.
Jetzt wird die Spurstange so eingestellt, dass sie bei mittig stehenden Kugelzapfen exakt in die Achseschenkel von linken und rechten Vorderrad passt! Im Anschluss die Lenkung etwas hin und her bewegen und nochmals nachmessen und ggf. korrigieren.
Als nächstes muss die Schubstange integriert werden. Dazu müssen die Räder exakt geradeaus gerichtet sein, das Lenkrad exakt mittig stehen und der Lenkstockhebel passend auf die Lenkrollenwelle (Ritzelwelle) aufgesetzt werden.
Die Vorderräder habe ich mit Hilfe einer magnetischen Wasserwaage mit Laserfunktion ausgerichtet. Die Wasserwaage wurde an den Radnaben der Hinterräder befestigt und im Anschluss dann die Vorderräder möglichst genau an den Laserlinien ausgerichtet. Alternativ müsste man mit gespannten Schnüren arbeiten.
Trotz der feinen Verzahnung der Ritzelwelle (Lenkrollenwelle) gibt es tatsächlich nur eine Position für den Lenkstockhebel. Verdreht man diesen nur einen Zahn in Richtung Vorderachse (im Uhrzeigersinn) passt die Schubstange selbst in der kürzesten Variante nicht mehr zwischen die Aufnahmepunkte. Verdreht man hingegen in Richtung Hinterachse (gegen Uhrzeigersinn) muss die Schubstange soweit auseinander gedreht werden, dass zumindest mir die Gewindeverbindung nicht mehr stabil genug erschien. Außerdem steht der Lenkstockhebel dann doch schon sehr nahe am Kupplungspedal.
Ist der Lenkstockhebel an der korrekten Position aufgeschoben, muss dieser mit Hilfe einer Kronenmutter (M26x1,5; SW 41) mit 180Nm angezogen werden. Hier sollte man keinen zweiten Versuch benötigen, denn um den einmal mit 180Nm aufgepressten Lenkstockhebel wieder zu entfernen braucht man einen sicherlich perfekt passenden Abzieher oder muss wieder das komplette Lenkgetriebe ausbauen, um sich z.B. mit einer hydraulischen Presse zu helfen. Die Kronenmutter ist mittels Splint zu sichern.
Im Anschluss kann dann auch die Schubstange korrekt in der Länge eingestellt werden und zwischen Lenkstockhebel und Lenkhebel eingefügt werden.
Alle vier (4) Kugelzapfen werden mit Kronenmuttern versehen und mit 91Nm verschraubt und mit Splinten gesichert. Abschließend werden mit den beiden Klemmmuttern die Konusringe festgepresst und mittels der Sicherungsbleche gegen Verdrehen gesichert.
Anmerken möchte ich, dass ich dafür keine passenden Sicherungsbleche gefunden habe. Ich habe daher ähnliche SIcherungsbleche (aus Edelstahl) erworben und entsprechend angepasst. Für die Montage ist es hilfreich, diese auf der Seite des Konusrings bereits vorzubiegen - damit verhindert man ein unkontrolliertes Verdrehen des Sicherungsblechs während des Festziehens.







