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Abbau der dieselführenden Leitungen

Steyr 288: dieselführende LeitungenIm Zuge der Arbeiten an der Einspritzpumpe stand ich auch öfter vor der Herausforderung, das System zu zerlegen. Zu bedenken ist, dass alle Leitungen Diesel führen und teilweise leicht unter Druck stehen. Öffnet man einfach Verbindungen, strömt dort Diesel in mehr oder weniger üppigen Mengen aus. Nachfolgend möchte ich daher meine bevorzugte Arbeitsweise vorstellen, um die "Sauereien" möglichst gering zu halten:

Neben den passenden Schraubenschlüsseln sollte der eine oder andere Fetzen (auf gut neudeutsch: "Lappen") bereit liegen, um den zwangsweise auslaufenden Dieselkraftstoff aufzunehmen. Weiters empfehle ich eine große Spritze (ca. 50ml aus der Apotheke) mit einer kurzen Schlauchverlängerung. Ebenfalls bewährt hat sich eine pneumatische Absaugung, wie man sie zum Bremsenentlüften verwendet.

Spritze zum Absaugen von Diesel

  • Zunächst löst man langsam das Überdruckventil am Filtergehäuse. Da das System vor der Einspritzpumpe mit knapp unter 1 bar Druck beaufschlagt ist, läuft beim Öffnen Diesel aus. Also am Besten rund um das Ventil ein Tuch schlingen. Den gelösten Schlauch möglichst rasch anheben, damit der Diesel im Schlauch in Richtung Tank abläuft oder wenn der originale Tank verbaut ist, den Schlauchinhalt in ein Gefäß abfließen lassen.
  • Spritze mit dem Schlauch in das Filtergehäuse führen und Diesel mit der Spritze absaugen, damit der Treibstoffstand in den Filtergehäusen möglichst unter die Ausgangsleitung absinkt.
  • Nun öffnet man vorsichtig die Entlüftungsschraube an der Einspritzpumpe. Fetzen unterlegen nicht vergessen! Während des Öffnens der Schraube, kann man bereits mit der pneumatische Absaugung austretenden Diesel auffangen.
  • Ist die Schraube entfernt und rinnt kein Diesel mehr nach, kann man die Absaugung fest auf die Öffnung pressen und kurz (!) absaugen. Nicht zu lange, sonst zieht man den Diesel aus dem Filtergehäuse über die Leitung in die Einspritzpumpe und saugt diesen ab. Besser die Hohlschraube vom Filtergehäuse zur Leitung-Einspritzpumpe entfernen und dann ordentlich absaugen. Damit wird der in der Leitung stehende Diesel durch die Einspritzpumpe abgesaugt.
  • Nun kann die Verbindungsleitung Filtergehäuse-Einspritzpumpe entfernt werden. Darin sollte kaum noch Diesel stehen.

Möchte man "nur" den Förderbeginn überprüfen, reichen die Arbeiten. Man kann nun am Eingang der Einspritzpumpe Luft zuführen.

  • Muss weiter zerlegt werden, ist nun die Leitung vom Tank zu lösen - am möglichst höchsten Punkt - also am Schlauchstück oben. Den in der Leitung enthaltenen Diesel jetzt, so gut es geht, in ein Behältnis zurück fließen lassen.
  • Dann die Leitung am Vorfilter zur Förderpumpe lösen und entfernen.
  • Zu guter letzt die Leitung Förderpumpe-Filtergehäuse zunächst beim Filtergehäuse lösen, dann an der Förderpumpe. Hier ein Behältnis zum Auffangen des rücklaufenden Diesels bereit halten.

Beachtet, dass die beiden letztgenannten Leitungen korrekterweise mit einer Schelle, welche mit einer langen Verbindungsschraube Motorober- und Untergehäuse mitgeschraubt ist, gesichert sind.

Steyr 288: Schelle zur Fixierung der Dieselleitungen

  • Muss auch das Vorfiltergehäuse der Förderpumpe abgenommen werden - z.B. um zur dahinterliegenden Befestigungsschraube der Einspritzpumpe zu gelangen - ist zu bedenken, dass auch darin einiges an Kraftstoff steht. Hält man das Gehäuse aber senkrecht, kann der Diesel darin bis zur neuerlichen Montage verbleiben.
  • Die Hochduckleitungen löst man zunächst an den Einspritzdüsen und verschließt die Öffnung mit dem Daumen. Dann kann man die Leitung auch von der Einspritzpumpe abschrauben und entfernen. Durch das Zuhalten am oberen Ende fließt kein Kraftstoff aus der dünnen Leitung und man kann die Leitung dann über einem passenden Gefäß entleeren.

 

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