Um die Kurbelwelle aus dem Motorblock des Steyr 288 auszubauen, ist es notwendig, das obere und untere Motorgehäuse voneinander zu trennen. Zur Sicherheit sei nochmals darauf hingewiesen, dass dafür zwingend zunächst das Rädergehäuse und der hintere Abschlussdeckel (beinhaltet den hinteren Kurbelwellendichtring) zu entfernen sind.
Es empfielt sich, den Motorblock des Oldtimers am Motorständer zu drehen, damit das untere Motergehäuse nach oben abgehoben werden kann. Dieses wiegt alleine bereits ca. 21 kg und wurde von mir nach Lösen aller Verbindungsschrauben mit dem Kran gehoben. Auch die Klebekraft der Dichtung samt Dichtmasse zwischen den beiden Gehäuseteilen sollte nicht unterschätzt werden.
Ist das untere Motorgehäuse entfernt, erkennt man links (Vorderseite des Motors) die Ölpumpe integriert mit dem ersten Kurbelwellenlager und die Kurbelwelle samt den weiteren vier (4) Lagern. Auf der linken Motorseite (am Bild oben, da der Motor gedreht ist), läuft die Nockenwelle durch den Motorblock.
Nun können die Lagerdeckel mit den eingelegten Lagerschalen der Kurbelwelle der Reihe nach gelöst und entfernt werden. Sind alle Lager geöffnet, kann die Kurbelwelle aus dem Motorblock herausgehoben werden - diese wiegt 31kg!
Sollen die Lagerschalen beim Zusammenbau wieder verwendet werden, müssen diese exakt beschriftet werden, damit sie an die korrekten Positionen wieder eingesetzt werden können.
Die Kurbelwelle habe ich in einer Blumenkiste gelagert und in Folge zur Firma Eichinger Motoren GmbH zur Inspektion (Durchmesser Lager- und Hubzapfen, Rundlauf) gebracht. Dort wurde festgestellt, dass diese auf die erste Reparaturstufe geschliffen und dann mit den passenden Lagerschalenpaaren (1. Übermaß) und Anlaufscheiben wieder verwendet werden kann.





