Da die Hubstreben und -gabeln, die die Kraft des Hubwerks/der Hydraulik auf die Ackerschiene übertragen, nicht nur total verbogen, sondern auch an mehreren Stellen gebrochen waren, habe ich mich dazu entschlossen, diese kompett neu zu fertigen. Diese Bauteile waren doch, wie sicher bei allen Traktoren, über die letzten Jahrzehnte schwer belastet - Ersatz zu suchen, schien mir nicht wirklich erfolgversprechend.
Bei meinem Steyr 288 aus einer der ersten Bauserien, besteht die linke Gabel aus einem einzigen Werkstück - erst bei späteren Modellen konnte auch auf der linken Seite die Höhe eingestellt werden. Auf den Fotos erkennt man gut die verbogenen Gabel, samt Rissen im Metall. Da die Strebe sowohl außen, als auch innen mit der Gabel verschweißt ist, habe ich diese von der Gabel abgesägt, um einen besseren Eindruck von der Verbindung zu erhalten. Man kann deutlich erkennen, dass die Strebe mit verjüngtem Durchmesser in der Gabel steckt. Das Verbindungsstück zum Gelenkstück wurde ebenfalls abgetrennt und die Bohrung im Anschluss aufgebohrt, um später auch an diesem Ende die neue Strebe wieder aufzunehmen.
Mit Hilfe der beiden Gabeln habe ich als Unterstützung für den kommenden Prozess eine Werkzeichnung erstellt - diese kann vom Leser gerne verwendet werden. Die Gabeln wurden ursprünglich sicherlich im glühenden Zustand in einer speziell angefertigten Form gebogen. Da mir diese Möglichkeiten natürlich nicht zur Verfügung stehen, wurden die neuen Gabeln aus dem Vollen gefräst.
Zu guter Letzt wurden die neue linke Gabel mit einer neuen Strebe und dem alten Verbindungsstück verschweißt.
Auf der rechten Seite ist ein Kurbeltrieb verbaut, um die Länge der gesamten Konstruktion an die Gegebenheiten anpassen zu können. Um den Kurbeltrieb zu zerlegen, ist etwas Geduld notwenig. Zunächst ist die Einheit soweit auszufahren, dass man durch das kleine Loch am Spannrohr (21) den Zylinderkerbstift (12) aus der Spindel (11) herausschlagen kann. Die kleine Bohrung war bei mir zunächst überhaupt nicht sichtbar - sie ist über die Jahrzehnte mit der üblichen Patina "zugewachsen". Dieser Stift dient als Sicherung, damit man nicht unabsichtlich das Spannrohr komplett abkurbelt. Erst danach ist eben dies möglich. Auch zur Demontage der Kurbel (18) muss zunächst ein Kerbstift (19) herausgeschlagen werden. Besonders unangenehm ist der Schlußdeckel (20), da dieser "nur" geklemmt ist. Da dieser ja später wieder montiert werden soll, muss man beim Heraushebeln aufpassen, dass der Deckel nicht beschädigt wird. Hilfreich ist es sicherlich auch, den Deckel und das Gehäuse zu markieren, damit man den Deckel wieder ganz exakt gleich einsetzen kann.
Das Spannrohr habe ich wiederum von der Gabel abgesägt - dieses wird natürlich weiter verwendet und an die neue Gabel wieder angeschweißt. Im Gegensatz zur linken Seite, bleibt hier die Bohrung an der Gabel offen - wahrscheinlich um Kondenswasser abfließen zu lassen.
Die Kugel (16) war durch Korrosion nicht mehr wirklich rund und wurde von mir genauso ersetzt wie der Druckschmierkopf (Schmiernippel). Beim Zerlegen hat sich gezeigt, dass beim Kurbeltrieb nirgendwo Schmierfett austreten kann - das bedeutet natürlich auch, dass dieses nirgends austreten kann, wenn man neues Fett über den Druckschmierkopf nachfüllt - neues Fett regelmäßig nachzupressen, erscheint daher an dieser Stelle nicht sinnvoll.
Neue Gabeln brauchen klarerweise auch neue Laschen für die Vorstecker samt Kette. Die alten Laschen wurden zunächst vermessen und dann neu gefertigt. Auch von der Lasche habe ich eine Konstruktionszeichnung angefertigt, welche ebenfalls gerne genutzt werden kann.
Nachdem auch die Laschen gefertigt, gebogen und pulverbeschichtet waren, konnten diese mit Kerbnägeln an den Hubstreben befestigt werden.































