Nach den guten Erfahrungen mit den Gewindestangen bei der Montage auf der linken Seite, habe ich mich entschlossen, diese auch schon bei der Demontage einzusetzen. Die Arbeiten gehen viel leichter von der Hand - es wackelt nichts, die untergestellte Holzkonstruktion ist nicht im Weg und kann auch nicht umfallen.
Eigentlich glaubte ich, dass es hier bei der Demonatage am Steyr 288 keine Besonderheiten zu erwähnen gibt. Nachdem ich aber das Getriebe vom Traktor abmontiert hatte, war leider schnell klar, dass hier einige Probleme "erwähnenswert" sind:
Zunächst erkennt man am Planetenträger sofort die hübsche, punktförmige Verzierung! Sieht man genauer hin, kommt einen das "Grausen"!! Aus welchen Gründen auch immer (bitte unbedingt um Vorschläge) wurden irgendwann die Bolzen der Plantenräder ausgetauscht. Diese sind aber nicht für diesen Oldtimer passend (vielleicht von der Steyr Plus Serie). Es fehlt ihnen nicht nur die Gewindebohrung an der oberen Stirnfläche (vgl. Bild von der linken Seite, roter Pfeil), mit Hilfe derer man die Bolzen leicht herausheben kann, sondern vorallem die Querbohrung (blauer Pfeil) durch die der Federstift geschlagen wird, der die Bolzen an der korrekten Position hält.
Was ham' die Schlaucherln also g'macht? Sie haben versucht, die Bolzen am Träger festzuschweißen! Da sind sie natürlich gescheitert, denn wer sich auskennt, weiß, dass das Schweißen von Gußteilen ned grad trival ist und viele Jahre an Erfahrung braucht! Also auf zum nächsten Pfusch: die Punkte am Planetenträger sind Körner knapp am Rand zum Bolzen, offensichtlich in der Hoffnung eingeschlagen, damit den Rand so zu weiten, dass der Bolzen fest sitzt. (Hat übrigens auch nicht wirklich funktioniert!)
An den Bildern der Nutmutter kann man auch erkennen, dass diese verkehrt eingebaut war - die typischen Beschädigungen, die entstehen, wenn man die Mutter mit einem Bolzen und Hammer auf- bzw. zudreht, sind auf der Unterseite der Mutter!
Also liebe Leute: das ist Pfui! Das ist weder eine (halbwegs) fachgerechte Reparatur, geschweige denn eine Restaurierung. (Den Unterschied zwischen Reparatur und Restaurierung könnt Ihr bei Franz Öller's Steyr-Allerlei nachlesen.) Auch wenn man es am Hof selbst machen muss, könnte man statt den Planetenträger zu ruinieren, zumindest die Querbohrungen für einen korrekten Halt der Bolzen einbohren. Wer ein Schweißgerät bedienen kann, sollte eigentlich auch eine Ständerbohrmaschine besitzen und bedienen können.
Das einzig Positive dieser "Reparatur": es wurde neues Öl eingefüllt.








