Schon beim Zerlegen meines Steyr 288 fiel mir auf, dass der Riemenspanner offensichtlich mehr als nur ein wenig mitgenommen ist. Irgendwann habe ich noch einen weiteren Spanner bekommen, aber auch dieser war bereits an einer Stelle gebrochen und geschweißt.
Im Ersatzteileverzeichnis und teilweise auf historischen Fotos kann man erkennen, dass der Riemenspanner ursprünglich anders konstruiert war. Dieser hatte eher eine winkelige Form - vielleicht um ihn besser fassen zu können. Dieser war auch aus nur einem Stück Metall gefertigt und nicht, wie später, aus zwei (zu dünnen) Blechstreifen zusammen gesetzt. Ausgehend von der Skizze im Ersatzteilverzeichnis (37) und den Bildern habe ich einen neuen Riemenspanner konstruiert.
Ausgangsmaterial war ein Winkeleisen von dem ich im Zuge der Arbeiten einen Schenkel teilweise entfernt habe. Dies ist notwendig, damit der Spanner an der Drehachse (Verbindung zum Rädergehäuse) frei drehbar ist. Auf den Bildern ist eindeutig erkennbar, dass der Schenkel immer nach hinten zeigt - der Schenkel kann daher bei so einer Montage nicht durchgehend sein. Warum ich darauf extra hinweise - weiter unten im Artikel.
Da ich zum damligen Zeitpunkt noch über keine Fräsmaschine verfügte, habe ich den Riemenspanner klassisch mit Bohren und Feilen hergestellt. Nach dem jeweiligen Anreißen werden Löcher gebohrt, dann grob der Stahl ausgemeiselt, dann kommt die Feile zum Einsatz bis die gewünschte Form herausgearbeitet wurde.
Abschließend habe ich den Spanner pulverbeschichtet.
Wie ich den Riemenspanner dann das erste Mal eingebaut habe, habe ich festgestellt, dass die Rundung der Kehle (innenliegende Verbindung der beiden Schenkel) ein sattes Aufliegen der Unterlegscheibe am Spanner verhindert. Die Kehle habe ich dann mit der in der Zwischenzeit verfügbaren Fräsmaschine ausgefräst und im Anschluss den Riemenspanner neu beschichtet.
Erst vor wenigen Wochen (Frühjahr 2021) habe ich bei einem Bekannten einen Riemenspanner in dieser Form gesehen. Ob dieser tatsächlich ein Original-Spanner ist kann ich natürlich nicht sagen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Lichtmaschine an diesem Traktor zu einer Wechselstrom-Ausführung umgerüstet wurde. Auf Grund der andern Bauform ergeben sich völlig andere - vorallem steilere Winkel. Damit der Spanner passt wurde ein Teil herausgeschnitten, um Platz für den störenden Sechskantkopf einer Schraube des Rädergehäuses zu schaffen. Auch zeigte der Schenkel des Spanners nach vorne und verlief über die gesamte Länge - er kann also nie andersrum eingebaut gewesen sein, außer es wurde eine zusätzliche Hülse verbaut, die aber nicht im Ersatzteilverzeichnis angeführt ist.
Vielleicht hat ja jemand von Euch noch einen tatsächlichen Originalspanner und kann hier in den Kommentaren eine Foto veröffentlichen?!







