Herzbolzen und Achsschenkelscheiben

Oberflächenhärten: erhitzen der Bauteile auf der EsseDa der Mittelachsbolzen/Herzbolzen und die Scheiben der Achsschenkeln (obere, unter Scheibe und Anlaufscheibe) nicht mit den nötigen Abmessungen erworben werden konnten, mussten diese selbst neu gefertigt werden. Die Maßzeichnungen für den Herzbolzen und die Anlaufscheibe findet Ihr, wenn Ihr die entsprechenden Links anwählt.

Neu fertigen bedeutet in diesen Fall nicht nur die rein mechanische Arbeit an der Dreh- und Fräsmaschine, sondern auch das abschließende Oberflächenhärten, um den Verschleiß der Scheiben möglichst gering zu halten und bei den Scheiben auch das Schleifen der Oberflächen, um diese reibungs- bzw. spielfrei aufeinander gleiten zu lassen.

Nach Rücksprache mit meinen in diesen Bereichen spezialisierten Kollegen wurde entschieden, das Härten mit gelben Blutlaugensalz durchzuführen. Dieses kann in besseren Drogerien (z.B. Wilhelm Neuber's Enkel Dr Brunner & Kolb GmbH) erworben werden und die Verarbeitung ist relativ unkompliziert.

Zunächst wird das zu härtende Bauteil (aus härtbarem Werkzeugstahl) so lange erhitzt, bis es ca. 800°C hat - also in etwa "hell kirschrot" glüht (vgl. Glühfarben von Stahl). Anschließend wird es im gelben Blutlaugensalz geschwenkt - das Salz bleibt am Bauteil anhanften und beginnt auf Grund der hohen Temperatur an der Oberfläche anzuschmelzen. Danach wird das Bauteil samt den anhaftenden Salz nochmals orderntlich erhitzt, um in Folge im Wasserbad abgeschreckt zu werden. Durch diese Behandlung dringen die chemischen Bestandteile des Blutlaugensalzes rund 0,3mm tief in die Oberfläche des Stahls ein und härten diesen Bereich aus. Man spricht von Oberflächenhärten - die Oberfläche wird glashart, der Stahl selbst bleibt innen aber elastisch und ist nicht spröde.

Oberflächenhärten: Brenner, Bauteil, Blutlaugensalz, ZangeOberflächenhärten: erhitzen des Bauteils auf ca. 800°COberflächenhärten: tauchen des erhitzen Bauteils in gelben BlutlaugensalzOberflächenhärten: einschmelzen des SalzesOberflächenhärten: abschrecken des heißen Bauteils im Wasserbad

Oberflächenhärten: einschmelzen des aufgebrachten SalzesOberflächenhärten: Bauteile nach dem Abschrecken

Die verschiedenen Scheiben werden anschließend noch mit Hilfe der Topfschleifmaschine glatt geschliffen. Dazu werden die Scheiben auf einem Magnethalter gespannt und dann kontinuierlich mit Hilfe des Schwenkarms der Schleifmaschine - indem der Schleifstein rotiert - geschliffen.

Oberflächenvergütung: aufspannen auf der magnetischen Halteplatte der TopfschleifmaschineOberflächenvergütung: schleifen der OberflächenOberflächenvergütung: schleifen der Oberflächen

Die Oberflächen der Scheiben sind nach Fertigstellung nicht nur glashart (prüfbar mit einer Feile - es lassen sich keine Riefen in das Bauteil feilen), sondern auch so perfekt glatt, dass zwei aufeinander liegende Scheiben sich beim Anheben auf Grund der Adhäsionskraft nicht voneinander trennen.

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