Damit der Steyr 288 irgendwann wieder ordentlich bremst, müssen natürlich auch die verschiedenen Zugstangen zwischen den Fussbremshebeln und den Bremswellen verbaut werden. Interessant ist hierbei die Frage, an welcher Stelle man mit dem Zusammenbau am besten beginnt.
Wichtig ist, dass im Ruhezustand - also wenn die Bremse nicht betätigt wird, auch wirklich keine Kraft auf die Bremswellen ausgeübt wird, da ja sonst die Bremsbacken an der Bremstrommel schleifen würden. Dies bedeutet, dass die Rückholfedern, die zwischen den Hebeln, die auf den Bremswellen (Ritzelwelle) aufgesteckt sind und der Lasche, welche mit den Achstrichtern mitgeschraubt ist, nicht gespannt werden darf. Damit ergibt sich die Position der Hebeln an den Bremswellen.
Anmerken möchte ich, dass der Platz für die Rückholfeder durch einen montieren Unterlenker sehr eingeschränkt ist. Damit die Feder nicht am Unterlenker streift oder gar von diesem verbogen wird, muss die Lasche wie am unteren Bild ersichtlich montiert werden. In dieser Position ist es ihr auch nicht möglich, sich im Laufe des Betriebs zu verdrehen - ein Verbiegen, wie es bei mir ursprünglich der Fall war (vgl. Bericht Lasche zur Rückholfeder), scheint damit auch sehr unwahrscheinlich. Vielen Dank an Christian W. für seinen hilfreichen Tipp in dieser Angelegenheit.
Allerdings muss aus Erfahrung festgehalten werden, dass die Rückholfeder auch im Ruhezustand zumindest etwas ziehen muss, damit die Fußbremshebel (Pedale) bis zum Anschlag (Gummipuffer) zurückgezogen werden. Hier ist also etwas Geduld gefordert.
Die Position der Hebeln an der Bremswelle ist somit durch die Länge der Rückholfeder vorgegeben. Ausgehend von der Explosionszeichnung im Ersatzteileverzeichnis soll der Hebel gerade nach unten zeigen - also relativ mittig im zur Verfügung stehenden Bereich liegen. Dies korreliert allerdings nicht mit der Länge der Rückholfeder. Tatsächlich werden bei den bekannten Ersatzteilehändlern auch Federn mit leicht unterschiedlicher Länge angeboten. Die z.Z. von Steyr als Original-Ersatzteil angebotene Rückholfeder hat eine Länge von 110mm - natürlich ist auch bei dieser Feder nicht garantiert, dass diese auch urspünglich im Jahr 1963 110mm lang war! Nachbau-Federn weisen hingegen ca. 118mm Länge auf.
Zunächst hatte ich die Vermutung, dass das Zusammenspiel mit den längeren Nachbaufedern besser funktionieren könnte, unter Bedachtname, dass doch eine gewisse Spannung notwendig ist, um die Fussbremshebeln komplett zurück zu ziehen, haben sich letztendlich die originalen Federn mit einer Länge von 110mm besser bewährt!
Mit Hilfe der beiden Spannhülsen werden dann die Gestänge für das linke und rechte Hinterrad fein justiert. Wenn die Einstellung passt, werden die Spannhülsen mittels Kontermuttern gesichert. Natürlich hat daher jeweils eine Zugstange (und deren Kontermutter) ein Linksgewinde - Achtung beim unbedingt notwendigen Nachschneiden des Gewindes!
Ein weiteres Problem hatte ich beim Aufschieben des Hebels auf die linke Bremswelle. Ich konnte diesen nicht weit genug auf die Ritzelwelle aufschieben, um zur Nut für den Sicherungsring zu gelangen. Die Welle hat sich genau um den einen Millimeter in den Achstrichter geschoben, dass der Hebel die Nut noch verdeckte. Letztendlich blieb mir keine andere Wahl, als den Achstrichter nochmals abzunehmen, um von der Innenseite gegenzuhalten. Auf der rechten Seite funktionierte das Aufschieben hingegen ohne Probleme.






